Blick ins Dekanat

Blick ins Dekanat 3 – Herbst 2020         von Dekan Hans Stiegler      

 

Liebe Gemeindeglieder in den 33 Kirchengemeinden unseres Dekanats Ansbach!

 

Der Herbst ist ins Land gezogen. In unseren Kirchengemeinden laufen die Planungen für die kommenden Monate an. In diesem Jahr ist alles, aufgrund zahlreicher Unsicherheiten, viel schwieriger als gewöhnlich: Wie wird es gehen mit den gut besuchten Gottesdiensten am Reformationsfest, Ewigkeitssonntag, Advent und Weihnachten? Mögliche Gedanken heute, können morgen bereits nicht mehr umsetzbar sein. Das erfordert große Beweglichkeit, Kreativität und Zuversicht von uns allen!

Im Blick auf diese Realitäten haben mich Gedanken von Prof. Günter Thomas, Professor für systematische Theologie an der Ruhruniversität Bochum, sehr nachdenklich gemacht. In zurückliegenden Ausgaben der ZEITZEICHEN, einer evangelischen Monatszeitschrift, machte er sich mit dem Artikel „Gott ist zielstrebig“ Gedanken in und zur Coronakrise. Was haben wir als Christen und als Kirche in dieser schwierigen Zeit zu sagen? Mit meinen Worten will ich einige seiner Impulse beschreiben:

- Gott schuf seine Schöpfung wunderbar und sehr gut. Woher kommt also dieses Virus, das eine ganze Welt binnen Wochen so durcheinanderbringt und in Atem hält? Ohne Vorwarnung stehen wir vor einer Gefahr, mit der keiner gerechnet hat! Die Schöpfung ist nicht unangefochten. Sie ist gefährdet „ ... durch ein einbrechendes Chaos“.

- Mit großer Selbstverständlichkeit gingen die Menschen davon aus, dass für alle aufkeimenden Probleme eine schnelle und gute Antwort gefunden werden kann! Selbstbewusst und sicher folgte man dem bekannten Slogan: „Wir schaffen das!“ Heute erleben wir es anders: Wir wissen viel zu wenig, um rasche Lösungen für diese Bedrohung hervorbringen zu können! Ja, das Leben ist verletzlich, ist täglich gefährdet! Auch wenn die Angst an vielen Stellen scheinbar doch nicht so begründet war.

- Und wir haben in den zurückliegenden Monaten darunter gelitten, dass wir nicht wie gewohnt mit unseren Familien, Freunden oder in den Kirchengemeinden leben konnten. Das Virus hat getrennt, was eigentlich selbstverständlich zusammengehört: Eltern und Kinder, Großeltern und Enkel, Alte und Junge, die Menschen einer Kirchengemeinde, Kranke und Gesunde …. das hat wehgetan und hat Folgen, über die bisher viel zu wenig geredet wurde.

- Dennoch dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott in Jesus diesen schwierigen Zeiten uns Menschen nahe ist. Gott war und ist den Leidenden In Jesus zugewandt! Das haben wir als Kirche, als Christen immer wieder auch mit unseren Taten zu bezeugen. Um diese Hilfe Gottes müssen wir im Gebet ringen.

Für Interessierte weise ich auf die Artikel von Prof. Günter Thomas in den „Zeitzeichen“ ( zeitzeichen.net ) hin, die im Internet zu finden und sehr lesenswert sind!

Ein paar persönliche Gedanken will ich noch anfügen: Absolut richtig ist, das Leben von Gefährdeten zu schützen. Darum befolgen wir in unseren Gemeinden die Vorgaben der Abstandshaltung, der Hygiene und Maskenpflicht. Wenn es aber um den Schutz von Gefährdeten geht, muss man mit derselben Deutlichkeit sagen, dass damit nicht nur unsere älteren Mitbürger oder Menschen mit Atemwegserkrankungen gemeint sind. Zu den akut gefährdeten gehören auch die gezeugten, ungeborenen Kinder, für deren Schutz und Lebensrecht wir Christen mit demselben Nachdruck einstehen müssen!

In meiner Verantwortung für ein Seniorenheim habe ich erlebt, was es für unsere Bewohner bedeutet, keinen Besuch mehr empfangen zu dürfen. Ja, es gibt große körperliche Gefährdungen durch Corona! Aber es gibt auch seelische, psychische Folgen durch eine erlebte Vereinsamung, die nicht ohne Folgen blieb. Das darf niemand ignorieren, auch diese Realität muss benannt werden!

Und schließlich trägt in diesen schwierigen Zeiten die Gewissheit, dass wir durch unseren Glauben an Jesus Christus auf das neue, ewige Leben zugehen. Dieses Wissen gibt uns die Kraft zum vollen Einsatz für das Leben hier und jetzt.

Mein persönliches, tägliches Gebet war, ist und bleibt, dass Gott diesem Virus und seinen Folgen ein Ende setzt!

Visitation des Dekanats Ansbach durch die Regionalbischöfin

Ende Oktober und Anfang November 2020 führt Regionalbischöfin Gisela Bornowski in unserem Dekanat eine „Visitation“ durch. Sie besucht ausgewählte Orte, Einrichtungen und Personenkreise. Es finden Gespräche auf kirchlichen und politischen Ebenen statt, die für unsere Gemeinden und unsere kirchlichen Aufgaben wichtig sind. Beginn ist am Dienstag, 27. Oktober um 9.00 Uhr mit einer Andacht in der Johanniskirche. Der genaue Besuchsplan ist gerade im Entstehen.

Abschiede und Neuanfänge

Mit großem Bedauern mussten wir „Ade“ zu unserer Kantorin Annett Beyrer sagen. Am 01.10.2020 trat sie ihre neue Stelle als Kantorin in Rerik an der Ostsee an.
Pfarrer Friedhelm Müller, Elpersdorf beendete den aktiven Pfarrdienst und trat am 01.10.2020 seinen Ruhestand an.
Beiden danken wir für ihren Dienst in unserem Dekanat und wünschen für die neuen Lebenswege „Gottes Segen“!

Zum 01.11.2020 wechselt Pfarrerin Barbara Osterried O’Toide von Bechhofen/ Sachsbach nach Bruckberg.
Im November wird Pfarrerin Dörte Knoch in Elpersdorf die pastoralen Gemeindeaufgaben übernehmen.

Diakonin Kathrin Regenhardt wechselt zum 01.01.2021 von Weidenbach ins Dekanat Feuchtwangen.

Am Ende soll die Erinnerung an die große, tragende Wahrheit aus Psalm 37, 5 stehen: Befiehl dem Herrn Deine Wege und hoffe auf ihn, er wird‘s wohl machen!

 

Bleiben Sie behütet!

 

Hans Stiegler, Dekan